Die Geschichte HCJB's



Wie es begann

Wenn wir etwas mehr von der Geschichte von HCJB wissen wollen, müssen wir knapp 80 Jahre zurück in die Zeit reisen. Clarence Wesley Jones, geboren im Jahr 1900, war ein begabter Komponist und Posaunist. Am Anfang der zwanziger Jahre bekam er den Ruf, Missionar zu werden. Eines Tages liest er in seiner Bibel Jeremia 33:3: „Rufe zu mir, so will ich dir antworten und dir große, unfassbare Dinge mitteilen, die du nicht kennst.“ Dieser Bibelvers wurde sein Lebensmotto. Der Text bestätigt ihm jedes Mal wieder seinen Ruf.

Während seiner theologischen Ausbildung macht er in Chicago bei einem der ersten christlichen Radiosender Amerikas ein Praktikum: bei dem Sender WJBT. Die Leitung des Senders hat diese Buchstaben übersetzt mit „Where Jesus Blesses Thousands“ („Wo Jesus Tausende Segnet“). Während dieser Praktikumszeit lernt er den drei Jahre älteren Reuben Larson kennen, der erst eine technische Ausbildung genossen hat, dann aber auch den Ruf empfing, Missionar zu werden. Reuben, ein Nachkomme schwedischer Emigranten, war einige Jahre als Missionskandidat in Ecuador gewesen und war nun vorübergehend im Urlaub in den Staaten. Sie wurden Freunde und verbrachten viel Zeit mit Bibelstudium, Gebet und der Suche nach Gottes Ziel für ihr Leben.

Ihre Suche führte dazu, dass beide einige Jahre später mit ihren Familien nach Ecuador ziehen – in die Hauptstadt Quito. Sie machen bestürzt die Entdeckung, dass kaum Menschen in dieser großen Stadt zu finden sind, die den Herrn Jesus als Retter und Heiland kennen. „Wie können wir diese hunderttausende von Menschen mit dem Evangelium erreichen?“ ist ihre Frage. Clarence erinnert sich wieder an die Worte aus Jeremia 33:3 und sie fasten und beten eine Woche lang. Dann wissen sie eine Lösung: „So wie WJBT die Einwohner Chicagos mit Gottes Froher Botschaft erreicht, so müssen wir das jetzt auch mit der Bevölkerung Quitos tun!“

Pläne werden gemacht


Sie bitten die Regierung Ecuadors um eine Lizenz, um einen christlichen Radiosender zu starten. In großem Vertrauen auf Gott bitten sie um eine Genehmigung für eine Periode von zehn Jahren. Nach einigen Monaten des Wartens wird die Genehmigung nicht erteilt, „denn“, so lautet die Erklärung, „wir vergeben ausschließlich Genehmigungen mit einer Laufzeit von 25 Jahren.“ Aufs Neue wird ein Antrag eingereicht und schon einige Wochen später wird die Genehmigung erteilt.

Die Regierung Ecuadors hatte einige Jahre zuvor ein Gesetz verabschiedet, in dem festgelegt wurde, dass alle Sender des Landes vier Großbuchstaben als Rufnamen haben müssen. Die ersten zwei müssen die Buchstaben HC sein und die letzten zwei konnte man selbst bestimmen, aber sie bedurften der Genehmigung seitens der Regierung. Sie erinnern sich an ihre Zeit bei dem Radiosender in Chicago und kommen zum Schluss: „Wir müssen auch eine Buchstabenkombination wählen, die wir in Worte umsetzen können.“ Und so kommt man zu HCJB, das im Spanischen, der Landessprache Ecuadors, übersetzt wird mit: „Hoy Christo Jesús Bendice“ (Heute segnet Christus Jesus).

Wir schreiben das Jahr 1928. Die Genehmigung ist erteilt, ein Name gewählt, jetzt noch ein Sender und Antennen; aber wo holen sie das Geld her? Zuerst erfahren sie noch viel Widerstand von Christen, die meinen, dass man die „neueste Erfindung Radio“ nicht für die Verkündigung des Evangeliums gebrauchen darf. Aber Clarence und Reuben sind sich bewusst, dass Gott bei der Schöpfung von Himmel und Erde den Äther geschaffen hat, den sie nun gebrauchen dürfen. „Er wird den Äther nicht nur geschaffen haben, um ihn von seinen Gegnern gebrauchen zu lassen“, ist ihre Meinung.



Der Anfang

Am 25. Dezember 1931 (der erste Weihnachtstag) ist es soweit: Der Sender wird gestartet und man hört die Ankündigung Reuben Larsons: „Hoy Christo Jesús Bendice. Esta La Voz de los Andes Radiodifusora HCJB“. Man hört Reuben beten; danach wird das Weihnachtsevangelium auf Spanisch vorgelesen. Eine Orgel beginnt zu spielen, Clarence setzt mit seiner Posaune ein und alle Anwesenden im Studio singen spontan das bekannte Lied: „Groß ist deine Treue, oh Herr, mein Gott und Vater“. Der gelesene Bibelteil wird kurz ausgelegt, wonach ein anderer Missionar noch einige Worte auf Englisch sagt und die Buchstaben HCJB spontan mit „Heralding Christ Jesus Blessings“ übersetzt (den Segen Jesu Christi verkündigen). Und so entstand auch gleichzeitig der englische Name.

Das alles klingt nach einem guten Start. Aber die Wirklichkeit war doch ein wenig anders: das Studio war ein alter ausgedienter Schafstall, der Sender hatte gerade mal eine Sendestärke von 250 Watt, die Antennendrähte hingen zwischen zwei alten hölzernen Laternenpfählen und die ganze Stadt Quito hatte gerade mal sechs (!) Einwohner, die in dem Besitz eines Radiogerätes waren. Kein Wunder, dass man sich nach der Ausstrahlung der Sendung fragte: „Hat überhaupt jemand zugehört?“ Innerhalb einer Viertelstunde kamen drei enthusiastische Telefonanrufe. Nach einer halben Stunde kam noch ein Anruf einer englischsprachigen Frau, die sagte: „Ich konnte nicht früher anrufen, denn ich habe die ganze Zeit geweint, nachdem ich die Sendung gehört habe.“ Alle waren tiefbeeindruckt und spontan beschloss man, den Sender erneut zu starten. Man hatte kein Programm vorbereitet, man hatte keine guten spanischen Lieder, darum sang man bekannte englischsprachige Weihnachtslieder. Ganz unvorbereitet war nach der spanischsprachigen Sendung das erste englischsprachige Programm ausgestrahlt worden. Und erneut klingelte das Telefon. Dann bemerkte jemand: „Diese Sendung kam aus einem alten Schafstall. Hat das Werk des Herrn nicht auch neunzehnhundert Jahre zuvor in Bethlehem in einem Stall begonnen und klang dort nicht auch ein Chor über die Felder von Efratha?“ Worauf viele mit einem tiefbewegten „Amen“ antworteten.


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